Als wilder Vorfahre unserer heutigen Kulturpflaume ist die Schlehe als dornenreiches Naturschutzgehölz ergiebige Nahrungsquelle und wichtiger Lebensraum vieler vom Aussterben bedrohter Vogel- und vor allem Schmetterlingsarten. Die vielfältigen, früher weit verbreiteten Verwendungsmöglichkeiten der kleinen, pflaumenähnlichen Früchte sind jedoch im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten und nur noch den wenigsten bekannt.



Geschichte & Tradition

Vermutlich nicht in Mitteleuropa heimisch, hat die Schlehe in Vorderasien ihren Ursprung. Wie Funde in Süddeutschen und Schweizer Pfahlbausiedlungen beweisen, wurden die Früchte bereits während der Steinzeit als Nahrung gesammelt. Sogar Ötzi soll bei seiner Entdeckung Schlehen-Früchte bei sich getragen haben. Neben seiner Verwendung als vielfältiges Heilmittel, galt der sagenumwobene Strauch wegen der stark verdornten Zweige im Brauchtum als Abwehrmittel gegen Hexen, Zwerge und Kobolde, weshalb Häuser und Höfe häufig mit Schlehen umpflanzt waren.

Anbau & Ernte

Im Landschaftsbild fällt der Schlehen-Strauch besonders wegen seiner frühen, überreichen rein-weißen Blüte auf, die sich bereits im März herausbildet und zahlreiche Insekten anlockt. Nach den ersten Frosteinwirkungen werden die kleinen, bläulich bereiften Früchte im Zeitraum von Oktober bis Dezember in handverlesener Ernte mühsam vom dichtverzweigten Strauch gepflückt.

Meine Schlehen-Produkte

Da die Kerne der Schlehen-Früchte verhältnismäßig groß werden und sich zusätzlich schwer vom Fruchtfleisch lösen lassen, erfolgt meine Weiterverarbeitung in aufwändiger Handarbeit. Die dunklen Früchte der Schlehe gelten als „Schwarze Oliven des Nordens“ und werden von mir auch als solche salzig-sauer eingelegt. Mit Rotwein ergänzt, verarbeite ich die herben Früchte zu „Hexenschreck“-Likör, der schon seit jeher zum Aufwärmen an kalten Wintertagen geschätzt wird.